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Urhebernennung

Das Recht auf Urhebernennung

Wer ein fremdes Foto verwendet, der muss den Fotografen nennen. Dies muss in einer Form geschehen, dass das Bild dem Fotografen eindeutig zugeordnet werden kann.

unterschrift

Häufig gibt es Streit über die (korrekte) Nennung des Urhebers bei Verwendung eines seiner Werke. So ist in vielen Lizenzen verschiedener (Stock)Fotoagenturen festgeschrieben, dass neben der Zahlung eines Geldbetrags auch die Nennung des Fotografen zur zulässigen Verwendung des Bildes erforderlich ist. Diese Vereinbarungen ergänzen und konkretisieren das Recht des Urhebers auf Nennung, § 13 S.2 UrhG.

Nennung des Fotografen: ein Urheberpersönlichkeitsrecht

Dieses Recht gehört, wie auch das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft (§ 13 S. 1 UrhG), zum unverzichtbaren Kern des Urheberpersönlichkeitsrechts. Somit bedarf es nicht zwingend einer zusätzlichen Vereinbarung darüber im Lizenzvertrag, da dem Fotografen dieses Recht qua Gesetz zusteht. Um Missverständnissen vorzubeugen ist eine vorhergehende Vereinbarung jedoch zu empfehlen.

Zumindest nach herrschender Ansicht in der Rechtsprechung ist es nicht entscheidend, um welche Art der Nutzung es sich handelt. Das Urhebernennungsrecht gilt für jede Nutzungsart (m.w.N. BGH, Urt. v. 16.06.1994, Az.: I ZR 3/92). Eine Nennung ist damit z.B. sowohl beim Versenden eines Fotos, als auch bei der öffentlichen Darstellung erforderlich, wenn keine abweichende Vereinbarung getroffen wurde.

Art und Umfang der Nennung richten sich ebenfalls nach der getroffenen Vereinbarung. Besteht eine solche nicht, muss die Bezeichnung zumindest so erfolgen, dass eine eindeutige Zuordnung des Werks zu seinem Urheber möglich ist. Dies erfolgt in der Regel durch Namens- und Ortsnennung; bei mehreren Fotografien auf einer Seite z.B. auch durch die exakte Angabe welches Bild welchem Fotografen zuzuordnen ist. In den Fällen des § 63 UrhG ist bei der Vervielfältigung eines Werkes ebenfalls die Quelle, z.B. der Verlag oder die Zeitung, anzugeben.

Ausnahmen von dieser Quellennennung ergeben sich ebenfalls aus § 63 UrhG. So entfällt die Pflicht in Fällen, die § 63 I UrhG nicht ausdrücklich erwähnt. Dies wären im Einzelnen etwa:

  • vorübergehende Vervielfältigungshandlungen gem. § 44a UrhG,
  • Vervielfältigungen von Bildnissen durch Gerichte und Behörden zum Zwecke der Rechtspflege/der öffentlichen Sicherheit gem. § 45 II UrhG,
  • Vervielfältigungen vermischter Nachrichten tatsächlichen Inhalts und von Tagesneuheiten gem. § 49 II UrhG,
  • Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch gem. §§ 53, 54 UrhG,
  • Vervielfältigungen zum Unterrichtsgebrauch gem. § 53 III Nr. 1 UrhG,
  • einmalige Verwendungen für Rundfunkzwecke gem. § 55 UrhG,
  • Vervielfältigungen in Geschäftsbetrieben im Zusammenhang mit dem Vertrieb und der Reparatur von Geräten gem. § 56 UrhG,
  • Vervielfältigungen unwesentlichen Beiwerks gem. § 57 UrhG und
  • Vervielfältigungen von Bildnissen nach den Voraussetzungen des § 60 UrhG.

Abweichende Vereinbarung sind möglich und üblich, so dass ein genauer Blick in die jeweiligen Lizenzvereinbarungen unerlässlich bleibt.

Nicht zu verwechseln ist die Urhebernennung jedoch mit der häufig auftauchenden Copyright-Angabe. Diese bezeichnet lediglich den Rechts-/Lizenzinhaber (z.B. die Bildagentur). Dieser muss aber nicht zwingend auch der Urheber sein. So kann es dazu kommen, dass sowohl die Nennung des Urhebers, als auch die des Rechtsinhabers erforderlich ist (beispielsweise die Angabe am Ende dieses Artikels).

Fehlende Urhebernennung kann zu „doppelter“ Lizenzzahlung führen

Wird der Urheber in seinem Nennungsrecht verletzt, kann dies sowohl durch Nicht- als auch durch Falschnennung geschehen. Daraus ergeben sich Ansprüche auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz. Die Höhe eines solchen Schadensersatzanspruchs richtet sich üblicherweise nach den für Fotografen empfohlenen Honoraren. Richtwerte hierfür können sich aus den Empfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM) ergeben.

Anerkannt ist im Regelfall ein Aufschlag in Höhe von 100% auf die übliche Lizenz des Fotografen, wenn der Urheber nicht benannt wurde (vgl. BGH, Urt. v. 15.01.2015. Az.: I ZR 148/13 – Motorradteile).

(Bild: © ggerhards – Fotolia.com)

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Chefredakteur/Gründer

Rechtsanwalt Dennis Tölle

toelle

Dennis Tölle ist Rechtsanwalt der Kanzlei Tölle Wagenknecht. Er ist vorwiegend im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes und des Urheberrechts tätig. Er begleitet kleine und mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung von Markenstrategien sowie des rechtskonformen Außenauftritts. Unternehmen und Privatpersonen steht er bei Fragen zum Persönlichkeits- und Äußerungsrecht zur Seite.

Dennis Tölle ist Gründer und Chefredakteur des Magazins rechtambild.de und Mitautor der Bücher „Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative“ (2. Auflage) und „Datenschutz in der KiTa – Grundlagen und Erläuterungen für den Umgang mit Daten“ sowie Lehrbeauftragter für Medienrecht an der Hochschule Magdeburg.

Kontakt: d.toelle[at]rechtambild.de –  Dennis Tölle


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35 Kommentare

  1. avatar
    Lieber Herr Rieckhoff,

    die Argumentation hinsichtlich der Auffindbarkeit und dem wirtschaftlichen Interesse ist sicherlich ein starkes Argument für eine Nennung. Allerdings muss hierbei unterschieden werden. Bei der Nutzung im Rahmen eines Buches muss regelmäßig der Urheber des Werkes genannt werden. Wird dieses Buch als neues, eigenständiges Werk beworben, so kann grundsätzlich eine Nennung der Urheber der einzelnen in dem Buch verwendeten Werke entfallen. Hiervon kann es Ausnahmen geben, die jedoch stark vom Einzelfall abhängen. Eine allgemeingültige Antwort kann ich Ihnen daher nicht anbieten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dennis Tölle
  2. avatar
    Jan Rieckhoff 22. Oktober 2015 Antworten
    Besten Dank für Ihre freundliche Antwort, Herr Tölle!
  3. avatar
    Thomas Ahrendt 21. Juli 2016 Antworten
    Guten Tag, Herr Tölle,

    muss die Urhebernennung expliziet vereinbart werden, oder anders herum, wenn diese nicht vereinbart wurde, gilt sie dann trotzdem (als vereinbart bzw. als gesetzt) ? Und noch anders herum, wenn sie generell gilt, müsste sie dann im konkreten Falle explizit und schriftlich ausgeschlossen werden, falls der Auftraggeber eines Fotografen auf die Nennung verzichten will ?

    liebe Grüße
    Thomas
    • avatar
      Guten Tag Herr Arendt,

      grundsätzlich ist es so, dass die Pflicht zur Nennung sich ohne weitere Vereinbarung aus dem Gesetz ergibt. In seltenen Fällen ist es so, dass man grundsätzlich davon ausgeht, dass eine Nennung angesichts der Üblichkeit bestimmter Branchen/Nutzungen explizit vereinbart werden muss. Dies sind jedoch Sonderfälle, bei denen es ganz auf die Einzelheiten der jeweiligen Situation ankommt. Dies lässt sich nicht Pauschalisieren.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dennis Tölle

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  • Artikel-Informationen

    Veröffentlichung: 5. Januar 2011

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