Fotorecht

Verkehrsministerium will Führerschein für Drohnenflüge einführen

Die gewerbliche und auch zunehmend private Nutzung von Drohnen soll in Zukunft für die Vermeidung von Gefahrensituationen mehr Einschränkungen unterliegen.

27 November 2015, 07:00

Vivian Korneh

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Führerschein Drohnenflüge

Das Verkehrsministerium plant neue Regelungen für die Nutzung von Drohnen. Die einfache und preiswerte Beschaffungsmöglichkeit für Privatnutzer sowie die heutzutage zahlreichen Erleichterungen durch Drohnen im gewerblichen Einsatz haben dazu geführt, dass das Ministerium tätig wurde: Es soll eine Neuregelung für die Drohnennutzungen mit scharfen Einschränkungen realisiert werden.

Scharfe Einschränkungen

Bundesverkehrsminister Dobrindt plant eine Registrierung von Drohnen, um den Eigentümer identifizieren zu können. Grund dafür seien vor allem neue Gefahrenpotentiale, die sich durch Kollisionen und Abstürze äußern.

Auch sollen Drohnenflüge in Wohngebieten, über Bundesfernstraßen, Eisenbahnlinien, Unglücksorten, Einsatzgebiete der Polizei oder Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, Menschenansammlungen und weiteren Orten verboten werden. Privatnutzer sollen ihre Flugmaschinen in Zukunft nicht höher als 100 Meter und nur innerhalb der Sichtweite des Steuerers fliegen lassen dürfen.

Führerschein für gewerbliche Drohnenflüge zukünftig Pflicht

Die aktuelle Entwicklung führt zu einer erweiterten Einsatzmöglichkeit von Drohnen. In der Landwirtschaft oder Verkehrsüberwachung können Drohnen enorme Hilfe leisten. So will das Bundesministerium für Verkehr künftig auch Flüge außerhalb der Sichtweite des (gewerblichen) Steuerers erlauben. Voraussetzung sei der Nachweis des sicheren Betriebs.

Dieser soll durch die Pflicht eines Führerscheins für das Drohnen-Fliegen gewährleistet sein. Fliegerische und luftrechtliche Kenntnisse sollen in einer Prüfung nachgewiesen werden, um Gefahrensituationen zu verringern.

Neue Regelungen sollen Gefahren minimieren

Aufgrund der vermehrten Nutzung von Drohnen vergrößern sich Gefahrensituationen. Die Neuregelungen sollen dazu führen, dass Gefahren im Luftraum oder Verletzungen von Personen am Boden verhindert werden. Das Ministerium berichtet von Gefährdungen und Belästigungen im Luftraum. Zum Beispiel seien an deutschen Flughäfen vermehrt riskante Drohnen-Flüge beobachtet worden. In Kalifornien behinderten private Drohnen sogar Löscharbeiten. Dies soll durch den Führerschein, die Registrierung und den Verboten minimiert werden.

Pläne werden kritisch aufgefasst

Die „Internet-Gemeinde“ äußert sich zum Teil wenig begeistert zu den Plänen der strengeren Regelungen und scheint größtenteils kritisch gestimmt zu sein. Sie fragt sich, wie diese Führerscheine von wem kontrolliert werden sollen. Mit ironischem Unterton interessiert auch, ob es denn nicht auch eine Promillegrenze, TÜV und Radarfallen geben sollte. Auch folgende Frage ist wiederholt zu sehen: „warum sollen gewerbliche Nutzer einen Führerschein machen, private aber nicht?

Auch wenn schärfere Einschränkungen auf Kritik seitens der Privatnutzer treffen, findet der Bundesverkehrsminister Zustimmung bei seinem politischen Kollegen Pistorius. Der niedersächsische Innenminister sei mit den Plänen zufrieden. Die vermehrte Nutzung von Drohnen führe zu mehr Risiken. Aus diesem Grund bedarf es schnellstmöglich gesetzlicher Regelungen für den Betrieb.

(Bild: © vladvm50 – Fotolia.com)

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Vivian Korneh

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Vivian Korneh studiert Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und bereitet sich derzeit auf das 1. Examen vor.

Kontakt: vivian-k[at]live.de


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