Zurück auf der Straße

Googles Street-View-Autos kehren nach Deutschland zurück

Nachdem Google 2010 seine Street-View-Autos stoppte, kehren sie nun zurück. Allerdings nur, um Google Maps ein Update zu verpassen.

Street View Auto

Bereits 2010 startete Google Street-View in Deutschland. Doch der Dienst hatte hierzulande mit vielen Protesten und aufgebrachten Datenschützern zu kämpfen. Viele Bürger fühlten sich durch die Aufnahmen in ihrer Privatsphäre verletzt und klagten gegen den Internetgiganten.

Google stoppt Street-View Projekt nach Protesten 2010

Die lautstarken Proteste führten in der Folge dazu, dass Google viele Straßenzüge oder Häuser verpixeln musste. So viele, wie in keinem anderen Land zuvor. Dies war auch der Grund, weshalb das Unternehmen das Projekt in Deutschland vorerst auf Eis legte – bis ein geeignetes Verfahren zur Vorab-Verpixelung gefunden ist. Ein solches existiert allerdings bis heute nicht, weshalb Google seine Datensätze bislang auch nicht aktualisierte.

Google Street-View: Keine Neuigkeiten in den letzten sieben Jahren

In den letzten sieben Jahren hat sich aber weder an Googles Einstellung, der Vorab-Verpixelung, noch an den deutschen Datenschutzregelungen diesbezüglich etwas geändert. Zwar fahren seit Ende August 2017 auch in Deutschland wieder Google Street-View-Autos, allerdings sollen die Aufnahmen vorerst nicht veröffentlicht werden.

Google Street-View-Autos fahren nur für „Google Maps“ ohne Street-View-Funktion

Die Aufnahmen sollen einzig und alleine dazu dienen, mittels eines Algorithmus den Google Dienst „Maps“ zu aktualisieren. Dazu sollen Computer mittels Algorithmus Straßenschilder, Straßennahmen, Einbahnstraßen, U-Bahnen, Bus-Haltestellen, Schienen etc. erkennen und dadurch die veralteten Datensätze überarbeiten.

Der Konzern hat nach eigenen Angaben bislang keine Pläne, die gewonnenen Bilder in Google-Street-View zu integrieren oder anderweitig zu veröffentlichen.

Obwohl gerichtliche Prozesse 2010 gezeigt habe, dass Google-Street-View in gewissen Maßen auch in Deutschland zulässig ist, zeigt das Unternehmen weiterhin Zurückhaltung. Zu groß ist wohl die Angst, erneut Proteste auszulösen und so das Unternehmen in ein schlechtes Licht zu rücken.

Verpixelung der eigenen Häuser oder Person möglich

Soweit Aufnahmen von Häusern oder der eigenen Person bei Google-Street-View vorliegen, können sich Betroffene seit einiger Zeit an eine kostenfreie Beratungsstelle wenden um gegen die Aufnahmen vorzugehen. Liegen Bilder des eigenen Hauses oder der eigenen Person vor, so erhält man über den Verein „Datenschutzkodex für Geodatendienste“ (GDC) eine passende Beschreibung, wie bei dem jeweiligen Dienste-Anbieter Widerspruch einzulegen ist. Zudem stellt der Verein eine kostenfreie telefonische Beratungsstelle und eine Beschwerdemöglichkeit über Unternehmen, die gegen den Geodatenschutzkodex verstoßen, zur Verfügung.

(Bild: © candy1812 – Fotolia.com)

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Chefredakteur/Gründer

Rechtsanwalt Dennis Tölle

toelle

Dennis Tölle ist Rechtsanwalt der Kanzlei Tölle Wagenknecht. Er ist vorwiegend im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes und des Urheberrechts tätig. Er begleitet kleine und mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung von Markenstrategien sowie des rechtskonformen Außenauftritts. Unternehmen und Privatpersonen steht er bei Fragen zum Persönlichkeits- und Äußerungsrecht zur Seite.

Dennis Tölle ist Gründer und Chefredakteur des Magazins rechtambild.de und Mitautor der Bücher „Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative“ (2. Auflage) und „Datenschutz in der KiTa – Grundlagen und Erläuterungen für den Umgang mit Daten“ sowie Lehrbeauftragter für Medienrecht an der Hochschule Magdeburg.

Kontakt: d.toelle[at]rechtambild.de –  Dennis Tölle


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