Fotorecht

Was macht Flickr mit unseren Bildern?

Das Internetportal Flickr hat mit Beschwerden zu kämpfen – Nutzer der Plattform fühlen sich ungerecht behandelt und wollen nicht zusehen, wie Yahoo ihre Werke zu Geld macht, ohne sie daran zu beteiligen.

19 Januar 2015, 08:00

Vivian Korneh

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Das seit 2005 unter der Führung von Yahoo stehende Internetportal „Flickr“ ermöglicht es Nutzern, ihre Bilder und auch kurze Videos hochzuladen und mit der Welt zu teilen. Besucher der Seite können sich Bilder ansehen, diese weiter verbreiten oder in der hochgeladenen Form drucken.

Creative-Commons-Lizenz (CC)

Flickr-Nutzer stellen ihre Bilder unter anderem unter CC-Lizenzen ins Netz. Darunter versteht man einen Lizenzvertrag, welcher die rechtlichen Nutzungsbedingungen kreativer Inhalte – wie die der hochgeladenen Bilder – festlegt. So werden den Besuchern der Website einige Freiheiten eingeräumt. Dank der CC-Lizenzen ist es möglich, Bilder zu kopieren, zu verändern oder als Basis für eigene Kreationen zu nutzen.

Großkonzern Yahoo nutzt Freiheiten aus

Die Privilegierungen sind eigentlich für private Besucher von Flickr gedacht. Entgegen der moralischen Vorstellung der Flickr-Nutzer werden die Bilder auch von Yahoo genutzt. Der Konzern druckt hochgeladene Bilder auf Leinwände und verkauft diese für 49 Dollar. So profitiert Yahoo wirtschaftlich von den Beiträgen der Nutzer, ohne die Urheber an dem Gewinn zu beteiligen.

Eine sehr aktive Flickr-Benutzerin hat sich besonders geärgert. Liz West lädt regelmäßig selbst geschossene Bilder hoch, welche nicht nur bei Flickr-Besuchern großen Anklang finden. Auch Yahoo sah in ihren Bildern die Chance, Geld zu verdienen. West stellte ihre Fotografien unter einer CC-Lizenz ins Netz. Yahoo genießt damit die Freiheit, Wests Bilder für eigene Zwecke zu nutzen. Die einzige Bedingung ist es, den Urheber zu nennen – an diese hielt sich das Unternehmen stets.

Während West in der Nutzung der CC-Lizenzen die Chance sah, ihre Bilder einfacher zu verbreiten, globaler zu handeln und kleinere Verhandlungen mit Interessenten zu führen, erhofft sich der Großkonzern durch seine Handlungen eine weitere Kapitalanlage.

Wie geht es nun weiter?

Obwohl den Nutzern keine rechtlichen Ansprüche zustehen, hat Yahoo nach Unruhen von Seiten der Community den Verkauf der Bilder zum lediglich eigenen Vorteil eingestellt.

Bernardo Hernandez, Leiter von Flickr, will darüber hinaus zukünftig Angebote schaffen, die mit den Vorstellungen der Flickr-Nutzer übereinstimmen.

Eine weitere Reaktion auf die sich häufende Kritik war die Kostenrückerstattung an diejenigen, die sich Fotos haben ausdrucken lassen.

Keine CC-Lizenzen mehr

In Zukunft wird es die Flickr Wall Art nur noch mit Bildern geben, die nicht auf CC-Lizenzen basieren, so Bernardo Hernandez. Das Drucken fremder Bilder wird nur noch erlaubt sein, wenn sich der Anwender angemeldet hat. Zudem erhält der Urheber einen Anteil in Höhe von 51% des Verkaufserlöses.

In Deutschland kann sich der Urheber schon nach der Fertigstellung seines Werkes automatisch auf das Urheberrecht berufen. Die Veröffentlichung sowohl der bearbeiteten Version wie auch des Originalbildes bedarf dann der Einwilligung des Urhebers. Ansonsten kann dies dies unter anderem zu hohen Schadensersatzansprüchen führen. Ein Verzicht auf CC-Lizenzen lässt dem Urheber daher einen größeren Spielraum bei der Ausübung seiner Rechte. Wer sich für die CC-Lizenzen entscheidet, beraubt sich damit unter Umständen ungewollt seiner eigenen Rechte.

Allerdings könnte so auch ein interessantes, möglicherweise effektives Geschäftsmodell verpasst werden. Denn bei fairem Handeln beider Seiten können sowohl der Urheber als auch der „Verbreiter“ (z.B. Leinwandproduzent) Profit aus der Sache schlagen. Während der Urheber seinen Bekanntheitsgrad erhöht, verdient der „Verbreiter“ durch den Verkauf des genutzten Bildes Geld. Beide Seiten haben etwas von der Zusammenarbeit.

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Vivian Korneh

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Vivian Korneh studiert Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und bereitet sich derzeit auf das 1. Examen vor.

Kontakt: vivian-k[at]live.de


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    Veröffentlichung: 19. Januar 2015

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