Über den Tellerrand

Sicherheitspersonal darf Fluggast zum Fotografieren zwingen

Ein Fluggast muss nach Ansicht des VG München der Anweisung des Sicherheitspersonals, eine Aufnahme mit seiner Kamera zu schießen, Folge leisten.

Der Kläger wurde bei der Sicherheitskontrolle am Münchener Flughafen von dem Sicherheitspersonal dazu angehalten, ein Foto mit seiner Digitalkamera zu schießen. Damit sollte festgestellt werden, ob diese echt ist. Der Fluggast weigerte sich mit der Begründung, dass die Speicherkarte voll sei und er kein wertvolles Urlaubsbild löschen wolle. Aufgrund dessen durfte er die Sicherheitskontrolle nicht passieren und verpasste seinen Flug. Anschließend erhob er vor dem VG München Klage gegen den Freistaat Bayern (Az.: M24 K 14.1502).

“Kameras sind nicht immer Kameras” so das Gericht

Nach dem Luftflugsicherheitsgesetz können Fluggäste aus dem Sicherheitsbereich verwiesen werden, wenn sie die Kontrolle der mitgebrachten Gegenstände ablehnen. Im Hinblick auf die gestiegenen Sicherheitsmaßnahmen nach dem 11. September 2001 müsse der Fluggast das Schießen eines Testfotos hinnehmen, meint die Richterin.

Sicherheit ist wichtiger als Urlaubsbilder

Röntgen alleine reiche nicht aus um die Echtheit einer Kamera festzustellen. Vielmehr sei das Fotografieren die einzige sichere Methode. Den Verlust eines Bildes habe der Fluggast hinzunehmen, da das Interesse der Allgemeinheit an der Sicherheit im Flugverkehr viel schwerer wiege. Nach diesem Hinweis des Gerichtes zog der Kläger die Klage zurück.

(Bild: © Regormark – Fotolia.com)

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Autorin

Sarah Schletter

schletterSarah Schletter hat Rechtswissenschaften in Bonn studiert. Aus privatem Interesse heraus entwickelte sich ihre Vorliebe zum Urheber- und Fotorecht. Sie ist derzeit Rechtsreferendarin am Landgericht Köln.

Kontakt: s.schletter[at]rechtambild.de


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    Veröffentlichung: 16. Januar 2015

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