Akkreditierung

WDR und Wikipedia einigen sich über Zulassungsregeln

Ab sofort ist für die Zulassung zu Presseveranstaltungen des WDR nicht mehr zwingend ein Presseausweis erforderlich. Wikipedia-Fotografen dürften sich freuen.

Wer für die freie Internet-Enzyklopädie als Fotograf tätig sein wollte, hatte es bisher schwer zu Fototerminen des WDR zugelassen zu werden. Der Sender verlangte bei den Presseveranstaltungen stets einen Presseausweis, den die Wikipedia-Fotografen in der Regel nicht besitzen. Der WDR berief sich sowohl auf das Landespressegesetz, als auch auf das Hausrecht.

Wikipedia warf daraufhin die Frage auf, ob der WDR als Anstalt des öffentlichen Rechts nicht dazu verpflichtet sei, den Wikipedia-Fotografen den Zugang zu den Presseterminen zu gewähren, da sie ehrenamtlich für freies Wissen tätig sind. Wir berichteten.

Änderung der Zulassungsregeln

Der WDR änderte nun die Zulassungsvoraussetzungen für Fotografen zu Fototerminen:

Seit dem 1.4.2014 kann der Fotograf anstatt eines Presseausweises auch “eine Bescheinigung eines Verlages/einer Agentur/eines Auftraggebers, durch die ein publizistisches Interesse an einer Berichterstattung nachgewiesen wird” vorlegen. Somit können zufünftig auch die Wikipedia-Fotografen zu den Fototerminen des WDR akkreditiert werden.

Allerdings heißt es in den Zulassungsregeln weiter, dass verschiedene Sachgründe zu einer Einschränkung des Zulassung führen können:

“(1) Viele Regeltermine und manche Locations machen es notwendig, die Anzahl von Berichterstattern in Wort und/ oder Bild zu begrenzen. Dies weist der WDR in seinen Einladungen explizit aus.

(2) Eine sachgerechte, professionelle Abwicklung eines Termins kann zu Einschränkungen führen, zum Beispiel was die zeitliche Verfügbarkeit von Protagonisten angeht.

(3) Insbesondere bei Presseveranstaltungen im Rahmen von Produktionen (z.B. Livesendung, Aufzeichnung, Settermin) können räumliche und zeitliche Einschränkungen notwendig werden.

(4) Der WDR lässt in der Regel zu jedem Pressetermin nur eine Fotografin bzw. einen Fotografen je Medium oder Agentur zu. Ausnahmen sind anzumelden und zu begründen und werden dann geprüft.

(5) Da gerade Fototermine meist unter größtem Zeitdruck stattfinden, legt der WDR wert auf eine professionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Will ein Medium regelmäßig über den WDR berichten, kann es aus diesem Grund gebeten werden, eine kleine Anzahl von Fotografinnen und Fotografen namentlich zu benennen.

Verstöße gegen o.g. Zulassungsregeln oder unprofessionelles Verhalten bei einem Medientermin des WDR können zum Verlust der Akkreditierung führen. Der WDR behält sich solche Schritte vor.”

(Bild: © Wikimedia Foundation)

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Autorin

Sarah Schletter

schletterSarah Schletter hat Rechtswissenschaften in Bonn studiert. Aus privatem Interesse heraus entwickelte sich ihre Vorliebe zum Urheber- und Fotorecht. Sie ist derzeit Rechtsreferendarin am Landgericht Köln.

Kontakt: s.schletter[at]rechtambild.de


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