Urheberrecht

Ein Jahr Gefängnis für Megaupload-Programmierer

Andurus Nomm, Mitarbeiter des Unternehmens „Megaupload“, wurde nach einem Geständnis zu einem Jahr Haft in den USA verurteilt. Er habe Urheberrechtsverletzungen begangen, indem er unter anderem selbst Material von Megaupload heruntergeladen hat.

26 Februar 2015, 08:00

Vivian Korneh

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„Megaupload“                  

Bei Megaupload handelte es sich um ein Internetportal, in dem Dateien gespeichert und mit anderen geteilt werden konnten.

Vermehrt gab es Klagen gegen den Erfinder der Website, weshalb die Seite schließlich vom Netz genommen wurde. Nicht nur die Film- sondern auch die Musikbranche sah sich in ihren Rechten verletzt.

Andurus Nomm spricht Klartext

Nun kam es so weit, dass der erste Mitarbeiter der Datenplattform zu einer Haftstrafe verturteilt wurde. Andrus Nomm arbeitete als Softwareprogrammierer bei Megaupload.

Er gab zu, im Rahmen seiner Tätigkeit als Programmierer Urheberrechtsverletzungen begangen zu haben. Der 36- Jährige soll gewusst haben, dass illegale Filme und Serien auf der Plattform gespeichert wurden. Er selbst habe sogar Dateien heruntergeladen, so die US-Behörde.

Er konkretisierte seine Aussagen mit Fakten. So stimmte Nomm zu, dass ein Schaden von über 400 Millionen US-Dollar bei den Rechteinhabern entstanden sei. Auf der anderen Seite hat die Gruppe „Mega-Verschwörung“ innerhalb von fünf Jahren 175 Millionen Dollar Gewinn gemacht.

Kein freiwilliges Geständnis

Allerdings geht man davon aus, dass Andurus Nomm nicht ganz freiwillig ein Geständnis ablegte. Der eigentlich in den Niederlanden lebende Mann schien Geldprobleme zu haben, weshalb er seinen Sohn nicht besuchen konnte. Dieses Druckmittel nutzte die US-Strafverfolgungsbehörde, um den Mann unter Druck zu setzen.

Der Gründer von Megaupload hat Verständnis für seine ehemaligen Mitarbeiter, wie er der Öffentlichkeit bei Twitter preisgab.

Kim Dotcom – Gründer

Schon länger gibt es Beschwerden, mit denen vor allem Megaupload-Gründer Kim Dotcom zu kämpfen hat.

Neben der Musikbranche forderten auch sechs Hollywoodstudios Schadensersatz. Zudem musste Kim Dotcom sein Vermögen offenlegen.

Nachdem jetzt aber der erste Megaupload-Involvierte seine Haftstrafe nach einem Geständnis angetreten hat, bleibt abzuwarten, wie sich das auf die anderen Ex-Mitarbeiter und Dotcom auswirkt.

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Vivian Korneh

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Vivian Korneh studiert Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und bereitet sich derzeit auf das 1. Examen vor.

Kontakt: vivian-k[at]live.de


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    Veröffentlichung: 26. Februar 2015

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