Medien- und Presserecht

Ex-Footballspieler kämpfen für ihr Recht

6.000 ehemalige Footballspieler befinden sich seit 2010 im Rechtsstreit mit EA Sports. Electronic Arts nutze die Stars als Vorlage für die Spieler im American-Football-Videospiel NFL Madden 2009. Nun fordern die Ex-Profis über fünf Millionen Dollar Entschädigung.

NFL Madden 2009 mit neuer Einstellung 

2010 begannen die Aufruhen seitens der Ex-Footballspieler. EA veröffentlichte das Spiel NFL Madden 2009 und baute als neue Einstellung „Historic Teams“ ein. In diesen spielten den Ex-Footballern verblüffend ähnliche Spielfiguren. Nicht nur das Aussehen, sondern auch Spielstärke und –Fähigkeiten sind aus der Realität nahezu übernommen worden. Das wollten die Ex-Sportler nicht auf sich sitzen lassen.

Warum klagen?

Eigentlich ist es normal, dass in den von EA entwickelten Sportspielen Spielerimitationen aus dem echten Leben vorkommen. Doch in den meisten Fällen ist das mit diesen abgesprochen. Sie haben die Möglichkeit zuzustimmen und erhalten Lizenzzahlungen. Genau diese Schritte hat EA im vorliegenden Fall ausgelassen.

Die Ex-Spieler – darunter Tony Davis – sind wütend darüber, dass EA die Zustimmung und Zahlung durch leichte Abwandlungen der Charaktere im Spiel umgehen wollte. Es sei offensichtlich, dass EA dies mit Absicht getan habe.

Zudem gibt es im Spiel die Möglichkeit, mit Hilfe eines Editors die ohnehin schon ähnlichen Daten der Ex-Sportler zu verändern. So können Video-Gamer exakt gleiche Teams und Einzelspieler erstellen. Die Ex-Sportler sehen sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt.

Während EA mit ihren Gesichtern mehr als 3 Milliarden Dollar verdient hat, haben sie keinen Cent gesehen.
Das ist der Grund dafür, dass Tony Davis mit ca. 6.000 weiteren Ex-Footballspielern eine Sammelklage auf Schadensersatz gegen EA eingereicht hat. Als Streitwert waren ca. fünf Millionen Dollar angepeilt.

Viereinhalb Jahre später – Rechtsstreit immer noch im Gange 

Die Verhandlungen laufen schon länger als vier Jahre. Bei dem Versuch, die Verhandlung einzustellen, scheiterte EA. Die Begründung, die Entwickler des Spiels hätten die virtuellen Spieler nicht absichtlich so ähnlich dargestellt, akzeptierte das amerikanische Berufungsgericht (Circuit Court of Appeals) nicht. Obwohl sich das Unternehmen auf die von der US-Verfassung abgedeckte Meinungs- und Pressefreiheit stützte, kamen sie damit vor Gericht nicht durch.

Viel mehr geht der potentiell teuerste Rechtsstreit für EA in die Fortsetzung.

Womit kann in Zukunft gerechnet werden?

In einem vergleichbaren Fall ging es um eine Organisation amerikanischer sowie kanadischer Colleges und Universitäten, die Sportprogramme fördert (NCAA). Auch ein unter NCAA erwachsenes College-Team klagte gegen EA, als ihre Gesichter ungefragt in Videospielen verwendet wurden. So musste EA 2013 etwa 40 Millionen US-Dollar an die Sportler zahlen.

Es kann also damit gerechnet werden, dass in dem Fall der 6.000 Ex-Footballer ein ähnlich hoher oder sogar höherer Schadensersatz gezahlt werden muss.

(Bild: © Mariusz Blach – Fotolia.com)

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Vivian Korneh

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Vivian Korneh studiert Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und bereitet sich derzeit auf das 1. Examen vor.

Kontakt: vivian-k[at]live.de


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