Fotorecht

LG Köln untersagt Nutzung von sechs Sofa-Motiven

Die Klage des Fotografen Horst Wackerbarth gegen die Stadtwerke Bonn wegen deren „Blue Couch“-Kampagne hat nur teilweise Erfolg. Sechs von 400 Bildern dürfen die Stadtwerke nun nicht mehr nutzen.

20 Dezember 2013, 07:00

Rechtsanwalt Dennis Tölle

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Bereits im Juni diesen Jahres hatten wir über das laufende Verfahren vor dem Landgericht Köln berichtet. Nun liegt eine (erste) Entscheidung vor (LG Köln,  Az.: 14 O 613/12).

Der Fall

Der Düsseldorfer Fotograf Horst Wackerbarth ist insbesondere durch seine „Galerie der Menschheit“ bekannt geworden. An verschiedenen Orten der Welt lichtet er seit 1979 Menschen und Tiere auf seinem roten Sofa ab. Insgesamt über 700 Menschen aus 52 Ländern hat er auf dem Sofa bereits fotografiert und wurde für diese Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet.

Eine ähnliche Aktion unternehmen seit 2008 auch die Stadtwerke Bonn. Zu Werbezwecken lassen sie Menschen der Region auf einem blauen Sofa ablichten. Im Laufe der Jahre sind auch hier bereits einige hundert Bilder zusammengekommen. Wackerbarth sieht jedoch in der Aktion eine Kopie seines Lebenswerkes.

Die Entscheidung

Auch wenn die Entscheidung noch nicht im Volltext vorliegt, so lassen sich nach Angaben der Bonner Rundschau bereits die tragenden Gründe des Urteils erkennen. So kam das Gericht bei nur sechs Bildern Wackerbarths tatsächlich zu einem Urheberrechtsschutz. Nur diese sechs Bilder enthalten die erforderliche Schöpfungshöhe, die der umfangreiche Schutz gem. § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG erfordert. Alle weiteren Bilder sollen „nur“ als Lichtbilder gem. § 72 UrhG geschützt sein. Denn, so die Kölner Richter: „Die bloße Präsentation eines Gegenstandes führt nicht zum Urheberrechtsschutz.“

Entsprechend diesen Wertungen nahm das Gericht auch nur bei sechs Bildern eine Urheberrechtsverletzung an.

Fazit

Unter dem Strich muss man wohl (zumindest für diese Instanz) sagen, dass das Urteil als erneute Niederlage Wackerbarths zu werten ist. Bereits vor diesem Verfahren hatte er eine Klage nach wettbewerbsrechtlichen Vorschriften gegen die Stadtwerke verloren. Nun dürfen nur sechs seiner Bilder in dieser Form nicht mehr im Rahmen der Werbekampagne der Stadtwerke Bonn verwendet werden. Vor dem Grundsatz, dass dem deutschen Immaterialgüterrecht ein Ideenschutz fremd ist, kann diese Entscheidung jedoch nur als konsequent bewertet werden. Auch durch die „Hintertür“ des Urheberrechts ist eine Umgehung dieses Grundsatzes wie gesehen nur in geringem Maße möglich. Ob Wackerbarth gegen das Urteil Berufung einlegen wird, ist nicht bekannt.

(Bild: © bluehand – Fotolia.com)

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Chefredakteur/Gründer

Rechtsanwalt Dennis Tölle

toelle

Dennis Tölle ist Partner der Kanzlei Tölle Wagenknecht. Er ist vorwiegend im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes und des Urheberrechts tätig. Er begleitet kleine und mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung von Markenstrategien sowie des rechtskonformen Außenauftritts. Unternehmen und Privatpersonen steht er bei Fragen zum Persönlichkeits- und Äußerungsrecht zur Seite.

Dennis Tölle ist Gründer und Chefredakteur des Magazins rechtambild.de und Mitautor der Bücher „Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative“ (2. Auflage) und „Datenschutz in der KiTa – Grundlagen und Erläuterungen für den Umgang mit Daten“ sowie Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Südwestfalen.

E-Mail: d.toelle@rechtambild.de
Twitter: @dennistoelle


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    Veröffentlichung: 20. Dezember 2013

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