Cloud-Computing

Teil 1: Die Cloud – Was ist das?

In der fünfteiligen Artikel-Serie "Cloud-Computing und dessen datenschutz- und urheberrechtlichen Probleme" beschäftigen wir uns in den nächsten Wochen ausführlich mit den relevanten Aspekten der neuen technischen Entwicklungen.

Cloud-Computing ist eine mittlerweile gängige Bezeichnung für die Verfügbarkeit von elektronischen Daten jeglicher Art über das Internet, wobei der Kunde auf seine so abgelegten Daten mittels eines Internetanschlusses von überall zugreifen kann. Dabei stehen eine Reihe verschiedener Modelle zur Verfügung, die je nach Nutzen ihre Vorzüge haben. Neben einem kurzen Überblick über die Arten des Cloud-Computing und das Vertragsverhältnis zwischen Anbietern und Nutzern, soll diese Artikel-Serie die Schwachstellen in datenschutzrechtlicher und urheberrechtlicher Hinsicht aufzeigen.

Bevor man in die gesetzlichen Untiefen vordringen kann, sollte die Frage beleuchtet werden, was die „Cloud“ und Cloud-Computing eigentlich ist.

Unternehmen, die eine große Menge an Daten zu speichern und zu verarbeiten haben, sind in Spitzenlastzeiten (wie z. B. Amazon im Weihnachtsgeschäft) schnell an Ihre Grenze gestoßen. Hierdurch hat sich die Dienstleistung des Zurverfügungstellens von Daten-Speicherkapazitäten entwickelt. Ähnlich wie in der Lagerwirtschaft von Handelsunternehmen, werden Speicherkapazitäten auf Servern den Kunden zur Verfügung gestellt. Diese „Lager“-Speicherplätze auf den Servern sind nicht an den Standort des Kunden gebunden. Über den Internetzugang greift der Kunde auf seine Daten auf dem ihm zur Verfügung gestellten „Lager“-Speicherplatz zu, ohne sich mit dem Vorhalten der Daten auf seinem lokalem Rechner oder der Wartung der Systeme mehr belasten zu müssen.

Das Cloud-Computing enthält verschiedene Servicemodelle und verschiedene Organisationsformen

Die drei verschiedenen Servicemodelle sind Infrastructure as a Service (IaaS), Plattform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS).

Bei dem Servicemodell IaaS wird dem Nutzer Zugang zu virtualisierten Computerhardware wie Rechnern, Netzwerken und Speichern geboten. Entgegen dem gängigen Modell, „der Rechner steht beim Kunden“, wird hier die Rechnerinfrastruktur nach Bedarf (on demand) zur Miete überlassen. Das Servicemodell PaaS bietet dem Nutzer die Möglichkeit, eine von ihm entwickelte Software oder Anwendung in der Cloud zu entwickeln oder dort ausführen zu lassen. Während das Servicemodell SaaS dem Nutzer die Möglichkeit einräumt von SaaS Dienstanbietern Softwareanwendungsprogramme zu nutzen.

Die Organisationsformen unterscheiden sich in drei Gruppen, das heißt es gibt die „Private Cloud“, die „Public Cloud“ und die „Hybrid Cloud“.

Die „Private Cloud“ ist ähnlich wie das Intranet eines Unternehmens nur für die Mitarbeiter zugänglich, nicht hingegen für einen Dritten von außen. So sind Anbieter und Nutzer der Cloud im gleichen Unternehmen.

Im Rahmen der Private Cloudings sind mehrere Unterarten zu unterscheiden. Die „Exploratory Cloud“ dient zum Ausprobieren der Funktionalität und verschiedener Anwendungsmöglichkeiten der Cloud und zum Aufzeichnen von möglichen Schwierigkeiten bei der Nutzung während einer Testphase. Geht die Nutzung des Cloudings über die Testphase hinaus, liegt eine der Formen der „Departmental Cloud“ oder „Enterprise Cloud“ vor. Bei erstgenannter befindet sich die Cloud nur in einer Einheit, zumeist Abteilung, des Unternehmens. Nur in dieser Organisationseinheit befinden sich Nutzer und Anbieter, die sich in aller Regel persönlich kennen. Die „Enterprise Cloud“ umfasst Nutzer und Anbieter des ganzen Unternehmens oder zumindest von den überwiegenden Abteilungen. Bei großen Unternehmen wird die Cloud ein entsprechendes Datenvolumen umfassen.

Die „Public Cloud“ ist, wie ihr Name schon verrät, eine für die Öffentlichkeit zugängliche Cloud. Sie kann also von allen möglichen Personen und auch Unternehmen genutzt werden. Etwaige Beschränkungen finden sich nur bei der Unterform der „Exclusive Cloud“. Diese setzt voraus, dass sich die Anbieter und Nutzer kennen. Sie handeln vorher klare Bedingungen für die Nutzung der Cloud aus und legen diese in einem Vertragswerk nieder. Somit sind unbekannte Dritte außen vor. Die wohl typischere Form des Public Cloudings ist die „Open Cloud“. Anbieter und Nutzer kennen sich hier vorher nicht. So müssen die Anwender die vom Anbieter festgelegten Nutzungsbedingungen akzeptieren, wollen sie die Cloud nutzen.

Eine Mischform bildet die „Hybrid Cloud“. Diese ist eine von einem bestimmten Unternehmen betriebene Cloud, also in erster Linie eine „Private Cloud“, welche aber darüber hinaus für bestimmte Zwecke mit der „Public Cloud“ ihre bestehende Cloud gewissermaßen aufstockt.

Cloud-Computing nicht nur für Privatleute interessant

Die großen Vorteile des Cloudings sind, gerade aus Unternehmersicht gesprochen, die niedrigen Kosten im Vergleich zu alternativen Möglichkeiten der Datenvorhaltung. Zum einen richtet sich der Preis nicht selten nach der Nutzungsdauer und zudem sind enorme Kosteneinsparungen aufgrund von nicht benötigter Soft- und Hardware vor Ort möglich. Gerade bei schwankender Nachfrage bzw. erhöhter saisonaler Nachfrage mit hohem Nutzeraufkommen wie zum Beispiel dem Weihnachtsgeschäft eignet sich die Nutzung eines Cloud-Dienstes sehr gut. Nicht zuletzt daher nutzen großen Online-Unternehmen wie beispielsweise Amazon das Cloud-Computing.

Bei dem Cloud-Computing handelt es sich daher nur der Darstellung nach um eine „Rechnerwolke“. Tatsächlich bezeichnet es die Möglichkeit Daten und Anwendungen auf externen Rechenzentren zu speichern und ausführen zu lassen und eben nicht mehr auf dem eigenen lokalen Server.

(Bild: © nirots – Fotolia.com)

Dieser Beitrag wurde von Katharina Scharfenberg verfasst. Sie ist Rechtsanwältin für Urheber- und Medienrecht. Rechtsanwältin Katharina Scharfenberg studierte Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Das Referendariat absolvierte sie in Berlin und Krakau. Nach dem 2. Staatsexamen arbeitete sie in der Rechtsabteilung eines großen Consulting Unternehmens und ist seit 2007 als Rechtsanwältin zugelassen. Frau Rechtsanwältin Scharfenberg ist ausschließlich auf dem Gebiet des Urheber- /Medienrechts und Wettbewerbsrecht tätig. Hierzu gehört ebenfalls die Beratung auf dem Gebiet des Foto- und Presserechts.
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