Wie ein Copyright-Verstoß 1,45 Millionen Blogs lahmlegt

Wenn man so will, hat ein Lehrer den Stein ins Rollen gebracht. Dieser hatte nämlich vor ca. fünf Jahren diese 278 Zeilen aus einem 1974 erschienenen Lehrbuch unzulässiger Weise in einem EduBlog veröffentlicht. Es geht hierbei um „Beck’s Hopelessness Scale“ mit einem 20 Wahr/Falsch-Fragenkatalog – noch immer zu finden im Google-Cache.

Der Verlag des Buches, Pearson, hat deshalb den Webhoster ServerBeach, der neben Edublogs u.a. auch WordPress.com hostet, mit einem Hinweis auf den Verstoß  informiert.  ServerBeach hat daraufhin die Server von Edublogs heruntergefahren und damit – zumindest vorübergehend – 1.45 Millionen Blogs unerreichbar gemacht.

Wer hier tatsächlich Schuld hat, ist und bleibt wohl ungeklärt. Nach Aussage von James Farmer, CEO von Edublogs, war der Inhalt des in Frage kommenden Blogs schon länger nicht mehr erreichbar. Doch hätte es ServerBeach ausgereicht, dass sich die Daten noch im Varnish-Cache befunden hätten  – auch wenn diese für niemanden erreichbar war.

Serverbeach hingegen wirft Edublogs nach Informationen von Arstechnica Untätigkeit vor. Es wären schon mehrere E-Mails mit entsprechendem Hinweis verschickt worden und Edublogs hätte es nicht fertig gebracht, den Inhalt endültig zu löschen.

Hintergrund der Geschichte ist der DMCA (Digital Millennium Copyright Act). Firmen sind dazu verpflichtet worden, aktiv gegen Copyright-Verstöße / Urheberrechtsverletzungen vorzugehen, sobald sie davon Kenntnis haben. Dass man aber von einer Überreaktion sprechen kann, wenn wegen eines Verstoßes auf einem einzigen Blog gleich über eine Million Blogs ebenfalls sperrt, bleibt wohl unbestritten.

(Bild: © vege – Fotolia.com)

1 Gedanke zu „Wie ein Copyright-Verstoß 1,45 Millionen Blogs lahmlegt“

  1. Eine wirklich übertriebene Reaktion. Wieso wurde nicht nur die eine Webseite lahm gelegt, bzw. der Betreiber kontaktiert?! Verstehe ich nicht…

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