Fotorecht

LG Hamburg: Zur Verwendung eines entnommenen Einzelbildes aus einem Filmwerk

In einem einstweiligen Verfügungsverfahren vom 07.01.2011 (Az 310 O 1/11) hatte das LG Hamburg zu entscheiden, ob ein computeranimierter Film urheberrechtlich geschützt sein kann und Ausschnitte aus diesem Film ohne Nennung des Filmherstellers veröffentlicht werden dürfen.

Der computeranimierte Film über “Stuttgart 21” sollte als Imagefilm dienen. Dem Auftraggeber des Films wurde nach Bezahlung zwar das uneingeschränkte Nutzungsrecht an dem Film übertragen. Jedoch wurde auch glaubhaft gemacht, dass bei Veröffentlichungen des Film oder Ausschnitten daraus ein Hinweis auf den Filmurheber erfolgen muss.

Der Film ist nach Ansicht des LG bei entsprechender persönlich geistiger Schöpfung als Filmwerk gem. § 2 Abs. 1 Nr. 6, Abs. 2 UrhG anzusehen. Dies liegt an der sehr individuellen Visualisierung die in der Bildfolge zum Ausdruck kommt, so die Richter. Das Bild als Teil dieses Films wird zudem als Lichtbildwerk nach § 2 Abs. 1 Nr. 5, Abs. 2 UrhG geschützt. Demnach steht dem Filmhersteller urheberrechtlicher Schutz zu. Darunter fällt auch das aus § 13 UrhG folgende Recht auf Anerkennung der Urheberschaft hinsichtlich des Films sowie hinsichtlich des daraus entnommenen Einzelbilds.

Der öffentlich rechtliche Fernsehsender nutzte das Bild somit rechtswidrig, indem bei Berichterstattungen und im Internetauftritt keine Namensnennung erfolgte.

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Chefredakteur

Rechtsanwalt Florian Wagenknecht

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Florian Wagenknecht ist Rechtsanwalt bei TWW.LAW. Als Fachanwalt für Urheber – und Medienrecht und Datenschutzbeauftragter (TÜV) steht er seinen Mandanten für umfassende Beratungen zur Seite. Eine spezielle Expertise besitzt RA Wagenknecht im Bereich des Fotorechts, sowohl bei der Rechtsdurchsetzung von Lizenzansprüchen wie auch der Abwehr von Abmahnungen.

RA Wagenknecht hat Rechtswissenschaften in Bonn mit dem Schwerpunkt auf  “Wirtschaft & Wettbewerb” studiert und sein Referendariat bei dem Oberlandesgericht Köln mit Stationen bei der Deutschen Welle in Bonn und einer international tätigen Rechtsanwaltskanzlei in Köln absolviert. 2013 schloss er die Zusatzausbildung „Journalismus und Recht“ ab.

Seit 2010 ist RA Wagenknecht Chefredakteur des Online-Magazins „rechtambild.de“ in dem er regelmäßig publiziert. Er ist Mitautor des Buches “Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative” sowie „Datenschutz in der KiTa – Grundlagen und Erläuterungen für den Umgang mit Daten“.

Kontakt: f.wagenknecht[at]rechtambild.de – Florian Wagenknecht


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  • Artikel-Informationen

    Veröffentlichung: 13. Mai 2011

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