Fotorecht

Neue Urteile in der Urteilsdatenbank

OLG Hamburg: Persönlichkeitsverletzung durch satirische Fotomantage, 7 U 73/01
Leitsätze der Redaktion:

  1. Wird das Foto eines Kopfes durch technische Manipulationen (hier: Fotomontage) verändert, so wird dem Betrachter mithin eine unzutreffende Bildaussage präsentiert. Eine Verbreitung eines solch manipulierten Bildes ohne Einwilligung des Abgebildeten verletzt dessen Persönlichkeitsrecht.
  2. Verwendung von fotografischen Abbildungen in satirischen Kontexten wirkt sich derart aus, dass der Schutz durch die Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) nicht greift, wenn die Manipulation dem Betrachter nicht erkennbar ist.

OLG Hamburg: Veröffentlichung von Fotos eines bekannten Moderators, 7 U 13/08
Leitsätze der Redaktion:

  1. Die Hochzeit eines bekannten Moderators begründet erhebliches öffentliches Interesse.
  2. Auch und gerade durch Absperrungen wird Aufsehen erregt und es muss damit gerechnet werden, dass von außerhalb der Absperrungen in den abgesperrten Bereich hinein fotografiert wird.
  3. Pixelung des Gesichts in einer veröffentlichten Aufnahme in Verbindung mit der Anmerkung „Wir haben sein Gesicht unkenntlich gemacht, weil G. J. keine Berichterstattung über seine Hochzeit wünscht” lässt noch keinen Schluss zur Annahme einer Verunglimpfung oder Verächtlichmachung zu.

OLG Hamburg: Persönlichkeitsrechtsverletzung durch redaktionelle Berichterstattung der Hochzeit eines bekannten Moderators, 7 U 11/08
Leitsätze der Redaktion:

  1. Ein Foto der Hochzeit eines bekannten Moderators ist ein Bildnis aus dem Bereich der Zeitgeschichte im Sinne von § 23 Abs. 1 KUG. Die Heirat des als Moderator mehrerer Fernsehsendungen bekannten G. J. und seiner Frau war ein gesellschaftliches Ereignis von nicht ganz untergeordneter Bedeutung.
  2. Berechtigtes Interesse iSd § 23 Abs. 2 KUG liegt insbesondere bei einer Tätigkeit oder in einer Situation vor, in der es unschicklich wäre, einen Menschen genauer zu betrachten.
  3. Die Zahlung einer fiktiven Lizenz kann nicht verlangt werden, wenn kein rechtswidriger Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht vorliegt.
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Chefredakteur

Rechtsanwalt Florian Wagenknecht

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Florian Wagenknecht ist Rechtsanwalt bei der Tölle Wagenknecht Wulff Partnerschaft Rechtsanwälte mbB. Er hat sich auf den Bereich des Medien- und Urheberrechts spezialisiert. Auch steht er seinen Mandanten bei Fragen zum Persönlichkeits- und Äußerungsrecht zur Seite. Unternehmen betreut er zudem bei Fragen des IT- und Datenschutzrechts.

RA Wagenknecht hat Rechtswissenschaften in Bonn mit dem Schwerpunkt auf  “Wirtschaft & Wettbewerb” studiert und sein Referendariat bei dem Oberlandesgericht Köln mit Stationen bei der Deutschen Welle in Bonn und einer international tätigen Rechtsanwaltskanzlei in Köln absolviert. 2013 schloss er die Zusatzausbildung „Journalismus und Recht“ ab.

Seit 2010 ist RA Wagenknecht Chefredakteur des Online-Magazins „rechtambild.de“ in dem er regelmäßig publiziert. Er ist Mitautor des Buches “Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative” sowie „Datenschutz in der KiTa – Grundlagen und Erläuterungen für den Umgang mit Daten“.

Kontakt: f.wagenknecht[at]rechtambild.de – Florian Wagenknecht


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