Tierischer Prozess

Kein Schadensersatz für Fotos von Sir Henry

Tiere dürfen fotografiert werden. Daran kann auch ein „Sir“ im Namen nichts ändern. Eine Hundehalterin hatte versucht, Schadensersatz für Fotos von ihrem Vierbeiner zu bekommen – ohne jegliche Chance.

Es geht um den Hund. Um einen Mops mit Namen „Sir Henry“, um genau zu sein. Ein Verlag hatte einen Kalender gedruckt und ein Porträt von Sir Henry auf dem Cover sowie im Monat August abgedruckt. Dies sei so nicht abgesprochen gewesen. Die Einnahmen seien zudem nicht für den Tierschutz gespendet worden, wie angeblich mit der Fotografin besprochen wurde.

Berühmter Mops will Lizenzentgelt

Seine Besitzerin hält ihren Liebling für den berühmtesten Mops Deutschlands – wenn nicht der Welt – und ihr Anwalt hält “Sir Henry” für das vierbeinige Pendant von “Kollegin” Claudia Schiffer; er sei ein Fotomodell. Der Mops hat angeblich schon 3.000 TV-Auftritte hinter sich. Wie Schiffer stehe Sir Henry daher ein Lizenzentgelt zu. Zahlreiche Marken seien ebenfalls auf ihn eingetragen.

Der Verlag hingegen gibt an, es sei nie eine Vereinbarung zustande gekommen.

Fest steht, dass ein „tierischer Andrang“ vor Gericht stattfand. Sir Henry bekam eifrig Unterstützung. Sogar das Fernsehen berichtete. Gebracht hat es nur nichts.

Kein Schadensersatz für Sir Henry

Das OLG München hat am 13.06.2013 die Klage auf Schadensersatz abgewiesen. Entscheidend war wohl: Die beiden Parteien seien tatsächlich keine Vertragspartner; denn ob überhaupt und was mit der Fotografin abgesprochen wurde, sei in diesem Fall irrelevant, da es nicht zwischen dem Verlag und der Besitzerin gelte.

Hinzu kommt, dass keine Eigentumsverletzung vorliegt, wenn fremde „Sachen“ fotografiert werden. Man mag Tiere inbrünstig lieben – für den Gesetzgeber sind sie jedoch wie Sachen zu behandeln. Und da es kein Recht am Bild der eigenen Sache gibt, gibt es auch kein Recht am Bild des eigenen Tieres.

(Bild: © javier brosch – Fotolia.com)

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Chefredakteur

Rechtsanwalt Florian Wagenknecht

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Florian Wagenknecht ist Rechtsanwalt bei TWW.LAW. Als Fachanwalt für Urheber – und Medienrecht und Datenschutzbeauftragter (TÜV) steht er seinen Mandanten für umfassende Beratungen zur Seite. Eine spezielle Expertise besitzt RA Wagenknecht im Bereich des Fotorechts, sowohl bei der Rechtsdurchsetzung von Lizenzansprüchen wie auch der Abwehr von Abmahnungen.

RA Wagenknecht hat Rechtswissenschaften in Bonn mit dem Schwerpunkt auf  “Wirtschaft & Wettbewerb” studiert und sein Referendariat bei dem Oberlandesgericht Köln mit Stationen bei der Deutschen Welle in Bonn und einer international tätigen Rechtsanwaltskanzlei in Köln absolviert. 2013 schloss er die Zusatzausbildung „Journalismus und Recht“ ab.

Seit 2010 ist RA Wagenknecht Chefredakteur des Online-Magazins „rechtambild.de“ in dem er regelmäßig publiziert. Er ist Mitautor des Buches “Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative” sowie „Datenschutz in der KiTa – Grundlagen und Erläuterungen für den Umgang mit Daten“.

Kontakt: f.wagenknecht[at]rechtambild.de – Florian Wagenknecht


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