Facebook

Was passiert mit unseren Bildern bei Facebook?

Die Nutzungsbedingungen bei Facebook sind undurchsichtig und lassen viel Spielraum für Interpretationen. Wir schaffen ein wenig mehr Durchsicht.

Nutzungsbedingungen, Facebook, Urheberrecht

Die neue Foto-Option haben wohl mittlerweile viele Facebook-Nutzer mitbekommen: man kann höher aufgelöste Bilder bei Facebook hochladen und Fotos direkt runterladen. Die technischen Neuerungen sollen die Plattform auch hinsichtlich des Foto- und Video-Sharings für die Nutzer attraktiver machen. Die Rechnung geht auf: Mittlerweile werden jeden Monat mehr als 6.000.000.000 neuen Fotos bei Facebook hochgeladen.

Ebenfalls nicht neu ist, dass die Nutzungsbedingungen bei Facebook schon wegen diverser Verstöße gegen das deutsche Datenschutzgesetz und unseriöser Klauseln in die Schussbahn der Kritiker geraten ist. Die Nutzungsbedingungen bei Facebook wurden daraufhin nicht nur einmal angepasst. Doch nicht nur die eigenen Daten, auch die persönlichen Bilder scheinen in Gefahr.

Zuletzt hat das Gerücht die Runde gemacht, Facebook könne die Fotos für Werbezwecke nutzen. Unter „Konto -> Kontoeinstellungen -> Facebook-Werbeanzeigen“ findet man dazu:

Facebook berechtigt Anwendungen Dritter bzw. Werbenetzwerke weder zur Nutzung deines Namens noch zur Nutzung deines Bildes für Werbeanzeigen. Sollten wir dies in Zukunft gestatten so wird die von dir ausgewählte Einstellung die Nutzung deiner Informationen regeln.

Das heißt also, dass Facebook bislang keine Werbung mit Nutzerfotos macht. Bislang … dies lässt jedoch vermuten, dass es sich in Zukunft ändern wird.

Stellungnahme von Facebook

Zu diesem Gerücht liest man in einer Stellungnahme von Facebook:

Hinweis zu deinen Fotos

Es kursiert ein falsches Gerücht, dass Facebook ändern wird, wem deine privaten Fotos gehören. Dir gehören alle Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest.

Auch in der Facebook-Hilfe liest man die scheinbar beruhigende Nachricht:

Du behältst das Urheberrecht an deinem Inhalt. Mit dem Hochladen deines Inhalts gewährst du uns eine Lizenz, diesen Inhalt zu nutzen und anzuzeigen. Weitere Informationen findest du in unserer Erklärung der Rechte und Pflichten, die auch Informationen zum geistigen Eigentum sowie deinen Rechten und Pflichten als Facebook-Nutzer enthalten.

Aha, die Fotos gehören weiterhin mir, ich bleibe also Urheber und übertrage Lizenzen. Damit gibt Facebook aber nur an, was bereits im Gesetz steht. Denn Urheber bleibt man in Deutschland bis zum Tod immer (§§ 28 ff. UrhG) und es können nur Lizenzen / Nutzungsrechte vergeben werden (§§ 31 ff. UrhG).

Jedoch kein Wort jedoch dazu, ob die Fotos für Werbung genutzt werden oder nicht.

Was steht hierzu in den Nutzungsbedingungen bei Facebook

Folgt man dem angegebenen Link zu den Erklärungen und schaut sich die Bedingungen genauer an, findet man unter anderem Folgendes:

Dir gehören alle Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest. Zudem kannst du mithilfe deiner Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen kontrollieren, wie diese ausgetauscht werden. Ferner:

  1. Für Inhalte, die unter die Rechte an geistigem Eigentum fallen, wie Fotos und Videos („IP-Inhalte“), erteilst du uns vorbehaltlich deiner Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löscht, außer deine Inhalte wurden mit anderen Nutzern geteilt und diese haben sie nicht gelöscht.
  2. Wenn du IP-Inhalte löscht, so werden sie auf eine Weise entfernt, die dem Leeren des Recyclingbehälters auf einem Computer gleichkommt. Allerdings sollte dir bewusst sein, dass entfernte Inhalte für eine angemessene Zeitspanne in Sicherheitskopien fortbestehen (für andere jedoch nicht zugänglich sind).

Wie man dies verstehen kann

Schon der erste Satz („Dir gehören alle Inhalte …“) ist geschickt formuliert. Mit diesem Satz gibt Facebook nicht nur an, was gesetzlich festgelegt ist, sondern scheint sich auch von einer möglichen Haftung freizusprechen, wenn IP-Inhalte (IP = Intellectual Property) verwendet werden, die dem hochladenden Nutzer gar nicht gehören. Das heißt also: Facebook will im Falle einer Klage nicht zahlen müssen, wenn jemand urheberrechtlich geschütztes Material postet, ohne es zu dürfen. Sollte Facebook doch haften müssen könnte beim Nutzer Regress gefordert werden.

Der zweite Satz gibt an, dass man in seinen Privateinstellungen darauf einwirken kann, wer die eigenen Inhalte sehen und teilen können soll. So weit so gut.

Unter 1. wird nun die Erlaubnis angesprochen:

Du gibt’s uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“).

Die Aufzählung zielt somit auf ein einfaches (=nicht-exklusives) Nutzungsrecht im Sinne des § 31 Satz 2 Variante 1 UrhG ab, welches im Voraus erteilt wird. Das einfache Nutzungsrecht berechtigt den Inhaber, das Werk auf die erlaubte Art zu nutzen, ohne dass eine Nutzung durch andere ausgeschlossen ist. Das Nutzungsrecht beinhaltet den Facebookbestimmungen nach auch die Weitergabe der Nutzungsrechte an Dritte (übertragbar) bzw. eine eingeschränkte Rechteeinräumung Dritter durch Facebook (unterlizenzierbar). Darüber hinaus sollen diese Rechte selbstverständlich weltweit gelten und der Nutzer darf kein Geld dafür verlangen.

Diese Nutzungsrechte sind pauschal gehalten und sehr weit gefasst. Der Nutzer selbst darf zwar auch weiterhin mit dem Bild nach Belieben verfahren – ebenso darf dies aber auch Facebook! Nicht uneingeschränkt – beispielsweise dürfen die verwendeten Bilder nicht verändert werden (§ 39 UrhG) – aber doch weitreichend genug.

Gibt es Einschränkungen durch Bestimmung der Nutzungsart?

Bei 1. wird zudem erneut auf die Privatsphären- und Anwendungseinstellungen eingegangen. Die Frage die sich dabei stellt: was genau ist mit „vorbehaltlich deiner Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen“ gemeint?

Da es keine andere sinnvolle Erklärung gibt, muss es sich hierbei um die Vereinbarung von Nutzungsarten handeln. Also die Angabe, wofür und in welchem Rahmen (bspw. Werbung im Internet) Facebook die Fotos nutzen darf. Ein Blick in die Privatsphären- und Anwendungseinstellungen offenbart nun aber ein Problem: Einzig die Sicht- und Teilbarkeit der Daten, die man auf Facebook angibt, kann dort eingeschränkt werden. Dies gilt zudem nur gegenüber Freunden und nicht gegenüber Facebook. Daraus lässt sich nur schwer eine Nutzungsart zwischen dem Nutzer und Facebook entnehmen. Hier kann man so explizit also gar keine Nutzungsarten angeben oder vereinbaren.

Zur Erinnerung: die Einstellungen für die Facebook-Werbeanzeigen sind in den Kontoeinstellungen und nicht in den Privatsphären- und Anwendungseinstellungen zu finden. Ein Hinweis auf die Kontoeinstellungen ist in den Bestimmungen jedoch nicht zu finden.

Man könnte daher überlegen, dass Facebook sich damit „auf die Stufe“ der Freunde stellt und bei entsprechender Einstellung nichts darüber hinaus nutzen darf. Das wäre allerdings eine sehr komplizierte „Über-Eck-Regelung“ die wohl kaum zumutbar erscheint.

Oder gibt es die Bestimmung der Nutzungsart nur noch nicht und es soll schon einmal im Vorfeld geregelt werden, falls eine solche Funktionen zur Bestimmung von Nutzungsarten in den Privatsphären- und Anwendungseinstellungen möglich wird?

Bis jetzt ist in den Bestimmungen also keine Nutzungsart geregelt und es muss auf die gesetzliche Vermutung des § 31 Absatz 5 UrhG zurückgegriffen werden:

Sind bei der Einräumung eines Nutzungsrechts die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, so bestimmt sich nach dem von beiden Partnern zugrunde gelegten Vertragszweck, auf welche Nutzungsarten es sich erstreckt.

Wendet man die Vermutungsregel an, ergibt sich bereits das nächstes Problem: welcher Vertragszweck liegt der Anmeldung zu einem Social-Network zugrunde? Doch wohl eigentlich nur Zugangsgewährung zu einer Plattform zum Austausch mit anderen Menschen – eben Social Life im Internet.

Wofür sollte sich Facebook aber weitreichende Nutzungsrechte sichern, wie Lizenzen übertragen oder Unterlizenzen vergeben zu können, wenn nicht für Werbung und Ähnliches? Es liegt nahe, dass bei der Anmeldung stillschweigend einräumt wird, die eigenen Bilder von Facebook auch zu Werbezwecken nutzen zu lassen. Denn immerhin betreibt Facebook mittlerweile eine große Werbemaschinerie mit hohen Einnahmen – und dies ist weitläufig bekannt, auch wenn manche dies nur gerne verdrängen. Firmen nutzen Facebook ja gerade wegen des Social-Marketings. Zudem gibt Facebook, wie oben bereits aufgeführt, zumindest die Möglichkeit der Bildnutzung für Werbung an, und man muss dies deaktivieren, wenn man es verhindern will. Für die Annahme eines weitgefassten Vertragszweckes würde auch sprechen, dass es früher in den Bestimmungen hieß (keine offizielle Übersetzung):

… für jede Art der Verwendung, eingeschlossen kommerzieller und werblicher, innerhalb des Facebook-Dienstes selbst oder in Verbindung damit oder als Werbung dafür.

Es ist wohl anzunehmen, dass Facebook noch immer Interesse daran hat, die Bilder für jede Art der Verwendung zu nutzen und dies nur zu verstecken versucht.

[UPDATE] Hinweis auf eine Nutzungsart ließe sich einzig noch aus Ziffer 16 der Nutzungsbestimmungen ziehen, die auf Besonderheiten in Deutschland hinweist. In dem Satz „Ziffer 2 gilt mit der Maßgabe, dass unsere Nutzung dieser Inhalte auf die Verwendung auf oder in Verbindung mit Facebook beschränkt ist“ kann man aber auch wieder viel hineinlesen. „In Verbindung mit Facebook“ ist im Prinzip alles was irgendwie mit Facebook zu tun hat. Allerdings zeigt sich hier erneut, dass Facebook ganz klar Werbeabsichten auch mit Nutzer-Bildern im Blick hat. [UPDATE]

Im letzten Satz verklausuliert Facebook dann noch ganz galant die Tatsache, dass bei geteilten IP-Inhalten auch die „Freunde und Bekannte“ die Bilder löschen müssen. Dass man selbst die Bilder löscht, reicht nicht aus und Facebook behält die Rechte. Na dann viel Spaß beim Nachforschen … der einfache Weg einer kompletten Löschung über die Suicide Machine wurde von Facebook ja bereits erfolgreich blockiert.

Es lässt sich festhalten: Facebook dürfte demnach Bilder für Werbung nutzen. Zugegeben, dies ist nur eine von mehreren möglichen Lesarten. Aufgrund älterer Versionen der Nutzungsbedingungen bei Facebook, der Werbeanzeigen-Einstellungen und den Besonderheiten in Deutschland ist jedoch davon auszugehen, dass Facebook einer Werbenutzung nicht abgeneigt ist. Argumentative Grundlage für eine solche Möglichkeit wäre zum jetzigen Zeitpunkt zumindest vorhanden. Ein Hinweis in den Nutzungsbestimmungen auf die Facebook-Werbeanzeigen in den Kontoeinstellungen wäre jedoch noch deutlicher.

Aber alles hinfällig wegen unwirksamer AGB-Klauseln?

Am Ende drängt sich aber noch eine alles entscheidende Frage auf: in wie weit sind diese Klauseln überhaupt zulässig? Schließlich werden dem Nutzer diese Lizenzübertragungen bei der Anmeldung zu dem Social-Network in Form von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) untergeschoben. Facebook tritt aufgrund der Bestimmungen nicht nur als Kommunikationsplattform auf, sondern versucht sich vielmehr Rechte anzueignen, wie es sonst nur Fotoagenturen tun. Da kommt man schnell auf den Gedanken, dass hier eventuell überraschende Klauseln (§ 305c BGB) vorliegen, die unwirksam wären. Ebenso kann man schon an dem hier geschriebenen Text sehen, wie schwer verständlich diese Klauseln sind und wie viele verschiedene Lesarten möglich sind. Das geht wohl an die Grenzen der notwendigen Bestimmtheit. Was bei einem Unternehmen aus Amerika natürlich nicht verwunderlich erscheint, wo es Gang und Gebe ist, Klauseln so unbestimmt und weitreichend wie möglich zu gestalten, um alle Wege geöffnet zu lassen. Das ist in Deutschland so nicht zulässig.

[UPDATE] Nach Klage des VZBV muss Facebook nun die Richtlinien ändern. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Facebook kann in Berufung gehen. [UPDATE]

Fazit

Ob die Bedingungen nun mit deutschem Recht vereinbar sind, ist an dieser Stelle nicht endgültig zu beantworten. Eindeutig bleibt jedoch ein ungutes Bauchgefühl, wenn Facebook sehr geschickt versucht, durch technische Neuerungen hochqualitative Fotos von den Nutzern zu erlangen, um sich dann weitreichende Rechte daran zu sichern. Es erscheint äußerst fragwürdig, ob dies in Zukunft rechtlich haltbar ist. Eine Anfrage unsererseits bei Facebook zu der Problematik ist bisher leider unbeantwortet geblieben.

Zudem wurde neben den technischen Neuerungen noch immer keine Möglichkeit eröffnet, Fotos und Videos mit einer (Creative-Commons-)Lizenz zu versehen. Facebook sichert sich Rechte, gibt aber trotz Downloadmöglichkeit der Bilder keine Möglichkeit, dass man auch Dritten Nutzungsrechte geben kann.

Immerhin werden noch keine Bilder von Nutzern für Werbung genutzt.

Allerdings hat Twitpic die kommerzielle Verwertung bereits vorgemacht und im Zweifel gilt für Facebook was schon immer galt: man sollte sich gut überlegen, was man veröffentlicht.

(Bild: © Thomas Pajot – Fotolia.com)

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Chefredakteur

Rechtsanwalt Florian Wagenknecht

wagenknecht

Florian Wagenknecht ist Rechtsanwalt bei der Kanzlei Tölle Wagenknecht. Er hat sich auf den Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes und Urheberrecht spezialisiert. Seine Mandanten betreut er zudem bei Fragen des IT- und Datenschutzrechts. Auch steht er Unternehmen und Privatpersonen bei Fragen zum Persönlichkeits- und Äußerungsrecht zur Seite.

Wagenknecht hat Rechtswissenschaften in Bonn mit dem Schwerpunkt auf  “Wirtschaft & Wettbewerb” studiert und sein Referendariat bei dem Oberlandesgericht Köln mit Stationen bei der Deutschen Welle in Bonn und einer großen Rechtsanwaltskanzlei in Köln absolviert. 2013 schloss er die Zusatzausbildung „Journalismus und Recht“ ab.

Seit 2010 ist Florian Wagenknecht Chefredakteur des Online-Magazins „rechtambild.de“ in dem er regelmäßig publiziert. Er ist Mitautor des Buches “Recht am Bild: Wegweiser zum Fotorecht für Fotografen und Kreative” sowie „Datenschutz in der KiTa – Grundlagen und Erläuterungen für den Umgang mit Daten“.

Kontakt: f.wagenknecht[at]rechtambild.de – Florian Wagenknecht


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51 Kommentare

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    Max Hartwich 20. November 2014 Antworten
    Ein Klassenkamerad hatt mir das Profilfoto von einen Anderen Klassenkameraden über Whatsapp geschickt ich nahm dieses als Pb (Profilbild) so komme nästen Tag in die Schule da kommt Ein Lehrer zu mir und frag mich : War mobbst du Deinen Mitschüler (...) ? Dann sage ich hm? Sie : ja Die Seine Wohngruppe hatt bein uns Angerufen ich solle ihn angeblich Mobben.Jemand hatt mir aber mal Erzählt das : man egal auf Welcher Plattform (Facebook,Whatsapp) ich ein Bild hochlade habe ich AUTOMATISCH Jedes RECHT an diesen Bild verloren (außer das man der Uhrheber ist) ist das so ??? Stimmt das oder hatt mir da jemand etwas falsches erzählt ?? bitte helft mir und was ganz toll von euch wäre wenn mir einer dazu den Link schicken könnte den (§) danke schon mal in Voraus.
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    Florian Wagenknecht 20. November 2014 Antworten
    Hallo Max,
    wie ich deinen Ausführungen entnehmen kann fragst du generell nach einem Verlust an Bildrechten beim Hochladen auf eine Plattform? Prinzipiell verliert derjenige, der sein Bild z.B. bei Facebook hochlädt nicht pauschal seine kompletten Bildrechte. Man darf auch weiterhin über die Nutzung entscheiden. Es kann allerdings sein, dass man nicht mehr jede Nutzung untersagen kann - insb. im Rahmen der Nutzung auf der hochgeladenen Plattform. Das müsste dann von Fall zu Fall untersucht werden.

    Wenn du hierzu eine Rechtsberatung im Einzelfall wünscht kannst du dich gerne per Mail an Herrn RA Tölle aus unserem Team wenden.
  3. avatar
    Max Hartwich 20. November 2014 Antworten
    Danke schön Sie haben mir sehr geholfen ; )
  4. avatar
    Thomas Bohn 30. Juli 2015 Antworten
    Ich weiß, dieser Text ist schon etwas älter. Aber mich würde eine Frage interessieren, weil ich sie heute auch mit einer Freundin diskutiert habe. Im Artikel wird vor allem darauf hingewiesen, dass Facebook (und viele andere) sich weitreichende Rechte an Inhalten einräumen lassen, um damit (oder drumherum) Werbung zu machen. Ich will dies nicht unbedingt ausschließen, Werbung ist schließlich das Geschäftsmodell der meisten dieser Unternehmen.

    Nur sind diese Rechte nicht auch für den Betrieb einer solchen Plattform notwendig? Wenn ich z.B. ein Foto zu Facebook hochlade, speichert Facebook dieses auf seinen Computer ab, nicht nur einmal, sondern mehrfach und wohl auch in mehr als einer Auflösung, um das Bild für viele Leute besser zugänglich zu machen, z.B. mobile Nutzung. Und wenn jemand das Bild betrachtet braucht Facebook ja auch Rechte um dieses zu ermöglichen.

    Bei der Diskussion, die ich heute hatte, wurde mir dann gesagt, dass in diesen Bestimmungen halt die Einschränkung stehen sollte: keine kommerzielle Nutzung. Nur ist das überhaupt möglich? Facebook nutzt ja das Bild kommerziell, ob da nun Werbung kommt oder nicht. Facebook ist ja keine Privatperson. Wenn also die kommerzielle Nutzung ausgeschlossen wäre, dürfte Facebook niemanden das Bild zeigen, weil es nicht die Rechte dafür hat.
  5. avatar
    Hallo Thomas,

    der Text ist tatsächlich älter - die Grundsätze sind aber geblieben.
    Sie haben vollkommen recht. Facebook benötigt Lizenzen, um die Bilder auf der Plattform überhaupt auch entsprechend zu zeigen und von anderen nutzen lassen zu können. Ob Sie allerdings so weitreichende Lizenzen benötigt oder diese enger fassen könnte lassen wir mal dahingestellt.

    Eine Einschränkung "keine kommerzielle Nutzung" würde tatsächlich nicht helfen - da würde Facebook sich selbst wieder ausschließen.
  6. avatar
    Alex 31. August 2015 Antworten
    Hallo,

    ich bin über Google auf diese Seite gekommen. Sehr informativ aber nicht wirklich aussagekräftig für folgend geschilderten Sachverhalt:

    Kann ich gegen einen ehem. Facebook Freund ein Meldeformular zur Urheberrechtsverletzung einreichen, der weiterhin ein von mir geschossenes Bild als sein Profilbild nutzt, welches ich von seinen Schuhen gemacht habe (Sneakerfreaks, nicht wundern) und welches ich in einem privaten Album auf Facebook hatte (mittlerweile gelöscht), welches nur meinen Freunden zugänglich war/ist???

    Ich frage deshalb weil er sich nach höflicher Bitte geweigert hat es zu entfernen und mir pauschal entgegnet, ich solle mich mal genauer informieren.

    Jetzt handelt es sich bei dem Bild um mein geistiges Eigentum, wie ich denke. Das Bild habe ich auf Facebook hochgeladen. Gut so weit ich weiß trete ich damit meine Rechte an diejenigen ab, denen das Bild zugänglich ist. Er war ursprünglich darauf verlinkt. Komisch nur, dass er es immer noch in seinen Verlinkungen sehen konnte obwohl wir nach einer Meinungsverschiedenheit seit ein paar Monaten keine Facebook Freunde mehr sind. Daraufhin habe ich das Bild aus dem Album gelöscht, jedoch ist es weiterhin sein Profilbild und jetzt bin ich eben an dem Punkt wo ich nicht weiß, ob ich unter Eides und unter Kenntnis der Strafbarkeit falscher Angaben, mit meinem Verständnis da richtig unterwegs bin.

    Ich wäre über eine hilfreiche Antwort sehr dankbar. Und nein, ich stehe nicht darüber, da dieser Mensch immer denkt er könne sich alles erlauben, von daher möchte ich ihm einen Denkzettel erteilen... oder auch nicht :D je nachdem was ich für Antworten hier bekomme.

    Danke Alex
  7. avatar
    Hallo Alex,

    prinzipiell möglich, kommt aber auch auf das Bild an ... melden Sie sich hiermit doch gerne direkt bei uns in der Kanzlei unter Tel.: 0228 - 387 560 200 oder über info@tw-law.de. Das Telefonat ist selbstverständlich kostenlos.
  8. avatar
    Dominik 21. August 2016 Antworten
    Danke für diesen sehr interessanten Artikel.

    Die zitierte – stillschweigende – Übertragung von Nutzungsrechten finde ich auch bedenklich. Ich selbst bin Musiker und würde auf FB natürlich gerne eigene Musik posten.

    Auch mit Musik kann dabei aber das selbe passieren wie mit Fotos: FB verkauft die Nutzungsrechte an wen auch immer – Plattenfirma, Filmproduktion –, die eigene Musik läuft da, wird möglicherweise zu einem Mega-Hit – und man selbst hat ÜBERHAUPT NICHTS davon. Urheberrecht hin oder her.

    Das ganze Thema "Übertragung von Nutzungsrechten" liegt mir wirklich quer im Magen – vor allem, wenn es einfach so automatisch und pauschal geschieht, nur weil man sich bei einem Dienst wie FB anmeldet.

    Selbst wenn FB in Deutschland was auf die Finger bekommen würde, weil es hier gegen irgendwelche Rechtsprechung verstößt – der internationale Markt ist viel größer, und dass durch eine (wenn auch non-exklusive) Rechte-Übertragung der eigentliche Urheber bei einer möglichen Vermarktung u.U. leer ausgehen kann, ist moralisch wirklich äußerst fragwürdig.

    "Moral" und "Recht" sind natürlich nicht dasselbe…
  9. avatar
    Andreas 22. August 2016 Antworten
    Hallo.

    Hallo

    Betrifft diese erzwungene Lizenzvereinbarung von Facebook nur Fotos, die direkt auf Facebook hochgeladen werden, oder Verlinkungen von z. Bsp. Flickr oder Instagram ?

    Also grundsätzlich alles, was auf Facebook gepostet wird ?

    Auf Flickr sind meine Fotos ja urhebergeschützt ...(all rights reserved) mit EXIF Code ...

    Freue mich auf ein kurzes Feedback.
    • avatar
      Hallo Andreas,

      jeder Dienst hat seine eigenen Nutzungsbedingungen, die bei der Nutzung greifen. Selbst wenn mehrere Dienste einem Unternehmen gehören, können sie unterschiedliche Nutzungsbedingungen haben. Unabhängig von den Nutzungsbedingungen der Dienste werden bei einem Upload von Bildern (oder Videos, Texten etc.) daran jedenfalls dem Dienst in bestimmtem Umfang Nutzungsrechte eingeräumt.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dennis Tölle

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